Thymustherapie

Die Thymustherapie ist eine Verabreichung von Thymusextrakten (=Auszügen) in Spritzenform (Injektionen).
Als Zentrale der körpereigenen Abwehr steuert die Thymusdrüse die Abwehrreaktionen des Körpers und beeinflusst die Alterungsprozesse. Im Laufe des Lebens verliert die Thymusdrüse an Kraft und Größe. Das erklärt gehäuft auftretende Abwehrschwächen mit zunehmendem Alter.

Das Ziel der Behandlung ist eine Besserung bzw. Normalisierung der körpereigenen Abwehr.

Bei schweren Krankheiten kann bei gleichzeitiger Thymustherapie oft auch die Dosierung notwendiger Medikamente (z.B. Kortison, Antibiotika usw.) herabgesetzt werden.

Anwendungsbereiche:

  • Abwehrschwächen aller Art (bei Virus-, Bakterien- und Pilzinfektionen, Folgen nach Chemotherapien und Röntgenbestrahlungen)
  • chronische Entzündungen (Bronchien, Blase, Niere, Darm usw.)
  • Krebserkrankungen und zur Nachbehandlung nach Operation und Bestrahlung
  • Ekzeme und Allergien
  • Autoimmunerkrankungen (z.B. Rheuma)

Durchführung:

Die Behandlung erfolgt in der Praxis in Form von Spritzen zu 5 ml, die in den Gesäßmuskel gespritzt werden. Die Spritzen sind tiefgefroren und werden unmittelbar vor der Anwendung aufgetaut und auf Körpertemperatur gebracht..

Im Allgemeinen reichen 6 – 10 Spritzen zu 5 ml im Abstand von 2 – 3 Tagen, z.B. 3x pro Woche: montags, mittwochs und freitags. Bei schweren Erkrankungen sind andere Dosierungen und Zeitabstände notwendig.

Nach einer intensiven Anfangskur können in regelmäßigen Abständen Auffrischungen gegeben werden, damit die Abwehr funktionsfähig bleibt.

Die verwendeten Thymusextrakte sind im Allgemeinen sehr gut verträglich. In einigen wenigen Fällen kann es – insbesondere bei Allergikern – an der Injektionsstelle zu Rötungen kommen oder ein Juckreiz auftreten. Diese lokalen Reaktionen klingen in der Regel ohne Behandlung wieder ab.
Nach den ersten beiden Spritzen sollte eine Beobachtungszeit von 20 Minuten in der Praxis eingehalten werden. Bei späteren Spritzen kann der Patient sofort nach der Injektion die Praxis wieder verlassen.

Gegenanzeigen:

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse und bei Myasthenie ist die Thymustherapie nicht angebracht.